Artgerechte Haltung

von Susanne Braun

 

Menschen die eine Homepage über Landschildkröten besuchen, sind ja meist schon firm in Sache artgerechter Haltung, Pflege, Ernährung usw.

 

Dennoch möchte ich diese Thema noch einmal aufgreifen, da mir in den vergangenen Jahren sehr viele Schildkröten gebracht wurden, die kein gutes Schildkrötenleben hatten.

 

Obwohl es mittlerweile sehr gute Bücher gibt und auch das Internet riesengroß ist, kommen immer noch die selben Fehler bei der Haltung auf, wie vor 20 Jahren.

 

Die Landschildkröten werden als Haustiere angesehen, werden häufig angeschafft als Kinderspielzeug, aus allergischen Gründen gegen Hunde, Katze, Häschen, Vögel oder weil sie wenig Dreck und Arbeit machen und so niedliche Schlüpflinge in einem Terrarium ja doch mal etwas anderes sind.

 

Nach 3 bis 5 Jahren kommen dann oft die Fragen auf:

 

  • Warum sieht meine Schildkröte so anders aus?
  • Warum ist der Panzer so höckerig geworden?
  • Wieso hat mein Tier so einen langen Schnabel bekommen und ähnelt nun eher einem Vogel statt einer Landschildkröte?
  • Bei dem Kauf der Schildkröte wurde mir gesagt, dass Tier bleibt klein, nun passt es aber kaum noch in das Terrarium,wie konnte es also so schnell wachsen?
  • Ich habe es doch immer nur gut gemeint mit der Schildkröte!

 

ALSO.....

 

Schildkröten sind immer Wildtiere und sollten ihr Dasein auf keinen Fall in Terrarien oder in der der Wohnung fristen.

 

Hier fängt die artgerechte Haltung an.

 

Wer eine Europäische Landschildkröte halten möchte, sollte gleich bedenken, dass das Tier über das ganze Jahr draußen leben muss. In einem Garten, mit Schutzhaus und schöner strukturierten Anlage ist man schon einen großen Schritt der artgerechten Haltung näher.

Nur so kann man einer Landschildkröte über Jahre gerecht werden. Natürlich kommen noch andere wichtige Aspekte zur artgerechten Haltung hinzu, da wäre wohl als erstes das Lebenselixier Wasser zu nennen:

Leider sind immer noch Menschen in dem Glauben, dass  Schildkröten ja Reptilien sind und daher wenig oder gar kein Wasser zu sich nehmen. Woher dieser Irrglaube rührt vermag ich nicht zu sagen. Wohl,weil viele die Meinung vertreten, dass die Landschildkröten in der freien Natur auch keine Wasserschüsseln stehen haben.

 

Dies ist zwar richtig aber dort werden auch nicht die Türen der Gehege zu einer Zeit geöffnet in denen sich Freilebende Tiere draußen tummeln,die sich nämlich dort durch Tau benetzte Gebüsche,feuchte Wiesen und kleinen Pfützen ihren Wasserhaushalt zum Leben holen.

 

Ein weiterer Punkt ist die Ernährung:

 

Diese ist mit ein paar genannten Kräutern abgetan.Viel Menschen nennen sie Unkraut aber wer sich erst einmal damit beschäftigt wird schnell sehen was es selbst da für wunderschöne Farben, Formen und Düfte gibt,die anschließend nicht nur die Landschildkröten lieben.

 

Als Beispiel nenne ich hier einige Pflanzen:

 

Löwenzahn,Klee,Gänsefingerkraut,Fünffingerkraut,Malve,Hirtentäschel,
Knoblauchrauke,Luzerne,Taubnesseln,Labkraut,Wegerich....

Diese Kräuter sind schnell zu lernen,sofern man sie nicht schon kennt und ein wunderbares pflanzenfaserreiches Futter.

 

Durch schlechte oder sagen wir mal so,viel zu gut gemeinter Haltung kommen erhebliche Schäden auf das Tier zu,was nie wieder behoben werden kann.
 

Da gebe ich hier einige Beispiele:

Ein THB Männchen NZ 97,welches durch schlechte Haltung einen stark verformten Panzer hat.
Ein adultes THB Männchen mit Rachitisschwanz
Ein TM Männchen was aufgrund von Terrarienhaltung zu schnell gewachsen ist,nicht genügend laufen durfte und das falsche Futter bekam
Ein TM Weibchen ,das zu eng,zu warm,zu falsch gefüttert wurde und in einem Terrarium lebte. Dieses Tier ist eine NZ'05 ist 20 cm lang und hat das Gewicht von 1150 Gramm
Das Gegenstück einer TM NZ'05 zeige ich hier

 

Ein wunderschönes Tier, das ganze Jahr im Freigehege, optimale Ernährung, Winterschlaf von 4 Monaten, fit und mit herrlichem Körperbau.

 

Dieses Tier ist auch eine NZ'05 ist 11,5 cm lang und ein Gewicht von 380 Gramm.

 

Wer sich jetzt entscheidet mit einer oder mehreren Europäischen Landschildkröten den Garten zu teilen und ihnen ein schönes Heim gibt hat wahrlich mehr für das wohl des Tieres getan und kann sich richtig an den wunderschönen Geschöpfen erfreuen.